Die kleinen Dinge, die uns täglich durchrutschen

Sie kennen das alle – es gibt Dinge, die möchte man regelmäßig tun. Und es gibt Dinge, die MUSS man regelmäßig tun, weil man vielleicht etwas Bestimmtes erreichen möchte, kriegt es aber ums Verrecken nicht hin, sie in sein Leben zu integrieren.

Manche Dinge finden wir gar nicht schlimm, versäumen aber im stressigen Alltag oft, sie zu erledigen. Andere wiederum finden wir ganz furchtbar und finden drei Millionen Ausreden, warum wir sie nicht erledigen müssen, äh nein, können … Und wenn wir ehrlich mit uns selbst sind, machen wir einen dicken Strich durch „müssen“ und „können“ und akzeptieren erstmal, dass wir in Wirklichkeit gar nicht wollen.

Schlank sein wäre ja hübsch, aber FDH ist so unbefriedigend. Ein bisschen Bewegung wäre auch gut, wo sich doch die Aussetzer in der unteren Wirbelsäule schon wieder Häufen. Aber – huch! Da ist ja noch ein Stückchen Schoki. Das muss ganz schnell weg, das läuft ja schon an! Und die Bügelwäsche steht da jetzt seit zwei Wochen, nun reicht es wirklich. Gymnastik und Walken läuft ja nicht weg, das geht auch am Wochenende noch und Bügeln ist ja auch anstrengend.

Man wundert sich, was man alles auf sich nimmt, nur um dieses oder jenes nicht zu tun. Und am Ende ist ein Stündchen Walken in der Sonne mit Sicherheit besser für Körper und Geist als zwei Stunden bügeln. Wir nehmen also bewusst (ja, bewusst!) Dinge in Kauf, die wir auch nicht mögen (wie das Bügeln, darum steht die Wäsche ja auch schon zwei Wochen rum und staubt schon wieder ein) um etwas nicht tun zu müssen (weil wir es nämlich nicht wollen) was wir offenbar noch viel weniger mögen oder von dem der innere Schweinehund uns glauben machen will, dass es noch schlimmer sei.

In diesem Artikel geht es erstmal nur um die kleinen Dinge, die schnell gemacht sind, nicht weh tun und die wir eigentlich gar nicht schlimm finden, die uns aber trotzdem regelmäßig untergehen. Es gibt ein einfaches, fast albernes Mittel, sie flugs in den Tagesablauf zu integrieren. Der Tagesplan. Insgesamt übrigens ein wunderbares Mittel sich zu organisieren, Dinge nicht aus dem Blick zu verlieren (inklusive sich selbst) und das gute Gefühl zu haben, dass der Kopf frei ist.

Schnappen Sie sich das Mittel Ihrer Wahl: Einen Block, ein Textverarbeitungsprogramm oder eine fertige App für Handy, Tablet oder PC – was immer Ihnen am meisten liegt. Natürlich können Sie auch Ihren Filofax™, Ihr Time/system oder was immer Sie nutzen verwenden – sofern es für Sie funktioniert. Allerdings hat das den Nachteil, dass Sie die täglich wiederkehrenden Aufgaben immer wieder neu eintragen müssen.

Nehmen wir als Basis ein klassisches DIN A4-Blatt: Darauf kommt oben rechts ein Feld für das Datum und daneben in einen kleinen Kasten alle Dinge, die täglich wiederkehren, schnell und einfach zu erledigen sind, an die man nur denken muss. Die Spanne reicht dabei von der Einnahme von Medikamenten über das Notieren von Ausgaben im Haushaltsbuch bis hin zum Bespielen von Social Media Kanälen. Jedes dieser To-Dos versehen sie mit einem kleinen Kreis oder Kästchen davor, so dass Sie schnell einen Haken machen können, wenn’s erledigt ist. Diese Dinge stehen immer da und sind somit auf Ihrem Tagesplan schon vorgedruckt.

Den Rest des Plans versehen Sie mit folgenden Bereichen, je nachdem, wie Ihr Leben es erfordert: Ein Bereich mit Zeilen für berufliche Dinge, die es an diesem Tag zu erledigen gilt, einen Bereich für die privaten Dinge und einen Bereich wo Sie die Termine eintragen, die an diesem bestimmten Tag anstehen. Am besten lässt sich so etwas mit einem Textprogramm umsetzen und abspeichern, da Sie mit Sicherheit die Erfahrung machen werden, dass Ihr Plan von Zeit zu Zeit an Ihr Leben angepasst werden muss. So haben Sie nach einiger Zeit ein Tool an der Hand, dass perfekt auf Sie zugeschnitten ist und das Sie gerne benutzen. Dazu kann man es auch nach Belieben gestalten, mit Farben, die Sie mögen oder einem Foto mit jemandem oder etwas, dass Sie lieben und Ihnen beim Anschauen ein gutes Gefühl gibt oder ein Motiv, dass Sie zu etwas motiviert. Dann bedarfsgerecht ausdrucken und natürlich benutzen (lässt sich auch auf DIN A5 umsetzen und dann in Ihr Zeitplan-System einheften).

Es empfiehlt sich, sich am Vorabend oder am Morgen des betreffenden Tages bewusst einmal hinzusetzen, eine Viertelstunde zu investieren und den kommenden Tag zu durchdenken: Welche Dinge müssen zwingend an diesem Tag erledigt werden? Welche Termine sind vereinbart? Schreiben Sie all das aus Ihrem Kopf auf Ihren Plan. So haben Sie alles im Blick und das gute Gefühl, dass Sie die Dinge im Griff haben und nicht mehr ständig an sie denken müssen. Denn unser Gehirn erinnert uns permanent immer wieder an die unerledigten Dinge. Bei manchen Menschen ist das so schlimm, dass Sie nicht mehr in der Lage sind, sich auf das, was ansteht zu konzentrieren und in eine Art Handlungsstarre verfallen.

Wichtig dabei: Bleiben Sie realistisch und packen Sie nicht mehr in den Tag, als Sie zu leisten imstande sind. Sollte das die ersten Male noch schief gehen, werden sie schnell ein Gefühl dafür bekommen, was realistisch ist. Falls nicht, streichen Sie Zeilen, so dass Sie gar nicht erst in die Verlegenheit geraten, zu viel einzutragen. Das Charmante: die täglich wiederkehrenden Dinge stehen schon von vornherein auf Ihrem Plan, so rutschen sie Ihnen nicht durch und nach einer gewissen Zeit werden sie Ihnen in Fleisch und Blut übergegangen sein und Sie haben sich ganz nebenbei erfolgreich eine Gewohnheit antrainiert.

Viel Erfolg!

 

Wer noch mehr Anregungen zum Thema Gewohnheiten lesen möchte, kann einen Blick in die Blogparade bei Gabi Golling werfen: http://arsch-hoch.de/blogparade_gewohnheiten/